» Chinas Wirtschaft wächst scheinbar ohne Grenzen, für viele deutsche Unternehmen stellt sich die Frage, wie sie von diesem unvorstellbaren Wachstum profitieren können.
Welche Vorteile hat China als Standort? Welche kehrseite Seite, welche Gefahren, verbergen sich für die ausländische Investoren in China? Wann lohnt sich der Sprung nach China?
Standortfaktoren Vorteile
China hat sich im Alltag zu einem Synonym für „billig“ entwickelt. Doch längst werden nicht mehr (nur) qualitativ schlechte Waren in China produziert. Zwar wird zweifellos weiterhin sehr günstig produziert, jedoch nicht unbedingt auf Kosten der Qualität. Der Durchschnittsverdienst eines (einfachen) Arbeiters in China liegt bei ca. 1000 – 2000 € pro Jahr.
Objektiv gibt es in der Volksrepublik zudem keinerlei Arbeitnehmerschutz. Dies garantiert eine hohe Flexibilität für Unternehmer. Zur Hochsaison kann ohne Probleme rund um die Uhr produziert werden und wenn bei einer Wirtschaftsflaute können umgehend die notwendigen Rationalisierung vorgenommen werden. In Deutschland würden sich die notwendigen Umstrukturierungen über Monate hinziehen und das gesamte Unternehmen so in Gefahr gebracht werden – nicht jedoch in China.
Für viele innovative Unternehmen sind die Lohnkosten zweitrangig – das eigentliche Kapital dieser Unternehmen sind ihre „Human Resources“ („Humankapital“) also ihre hochqualifizierten Arbeitskräfte. China hat bei vielen Menschen noch das Image eines Landes mit niedrigqualifizierten einfachen Arbeitern – doch China hat sich rasant weiterentwickelt. Man hat erkannt, dass der Schlüssel zum Erhalt des Wachstums die Bildung ist und hat kräftig investiert. Im Jahr 2004 gab es beispielsweise 2,8 Millionen Studium-Absolventen – fast fünf mal so viele wie 1990. Somit ist China nicht nur für die Endproduktion interessant, sondern es können auch Unternehmenskomponenten, welche hochqualifizierte Mitarbeiter benötigen, wie z.B. die Produktentwicklung ausgelagert werden.
In China leben derzeit über 1320 Millionen Menschen. Durch den beispiellosen wirtschaftlichen Aufschwung hat sich diese Bevölkerungsgruppe zu einem riesigen – noch ungesättigten – Absatzmarkt entwickelt. Folglich ist die Erschließung des chinesischen Marktes durch z.B. die Gründung eines Vertriebs für ausländische Unternehmen sehr viel versprechend und meist gewinnträchtig.
Die Arbeitsmoral in China ist gänzlich anders als hier zu Lande. Während in Deutschland viele Arbeitnehmer oft Ihre Stunden im Büro quasi absitzen gilt in China vor allem eines: Leistung.
Insgesamt arbeiten die Chinesen mit einer weitaus höheren Effizienz und weisen eine deutlich bessere (relativ zu den Bedingungen) Arbeitsmotivation auf.
Standortfaktoren Nachteile
Auf Chinas Marsch an die Weltwirtschaftsspitze wird skrupellos vorgegangen. Sehr lange gab es nur ein prioritäres Ziel: den Wachstum. Die Mittel mit welchen dieser erzielt wird/wurde bleiben oft unerwähnt, doch zählen sie ohne Zweifel zu den Standortnachteilen.Chinas pseudokommunistisches politisches System ist nach Berichten des Spiegel instabil und korrupt. Keinenfalls kann von einer Diktatur des Volkes die Rede sein. Eine Elite diktiert die Nation und herrscht mit Willkür. Dies ist auch für ausländische Unternehmen wichtig: so weiß niemand, wie der Wind in China demnächst weht.
Doch ist dies nicht das einzige Problem mit der Politik in China. Einerseits werden ausländische Unternehmen angelockt, andererseits werden sie ebenfalls mit Willkür behandelt und regelrecht betrogen. Wie auch auf dem G8-Gipfel diskutiert ist das Produktpiraterie in China auf der Tagesordnung. Doch im Gegensatz zu anderen Staaten wird in China Produktpiraterie im großen Stil betrieben – und zwar unter Schutz der Regierung. Gute Beispiele hierfür sind der Transrapid und Mikrofonherrsteller Sennheiser.
